Am Ende jeden Jahres stehen Unternehmen und Mitarbeiter vor der schwierigen Frage: Wo findet die Weihnachtsfeier statt, soll sie ein Motto haben, mit oder ohne Partner? Muss ich da überhaupt hingehen, ich kann den Müller ohnehin nicht ausstehen? Die aus dem Personalbüro ging mir im letzten Jahr mächtig auf die Nerven. KunstSalon Location ist der perfekte Ort für eine gelungene Weihnachtsfeier, und damit alles glatt geht, geben wir hier ein paar Tipps und Regeln, die man beachten sollte, um nicht auszurutschen.

Weihnachtsfeiern – Karriere Kick oder Karriere Knick

Die jährliche Weihnachtsfeier ist das Dankeschön der Geschäftsleitung an seine Mitarbeiter für ein Jahr lang Arbeit und Einsatz. Man will in ungezwungener Atmosphäre zurück- und vorausblicken, und das Socializing soll die Identifikation und Motivation erhöhen. Die vermeintlich ungezwungene Feier ist allerdings auch ein Minenfeld, überall lauern Fettnäpfchen, wer da rein tritt spürt die Auswirkungen noch lange danach.

Der Flurfunk berichtet noch Monate später über den Kollegen, der zu viel getrunken hat und die Kollegin mit dem zu kurzen Kleid.

Es beginnt schon mit der Frage, muss ich dahin oder kann ich als Feiermuffel wegbleiben. Unser erster Tipp: Hingehen, Schwänzen macht keinen guten Eindruck. Die Chefs bewerten das als Desinteresse an der Firma.

Der Sekretärin vom Chef nicht auf den Po klatschen

Die Gemüter erhitzen sich schon im Vorfeld, wenn es darum geht, ob die Partner mit eingeladen sind oder nicht. Sind sie es nicht, kann das sogar zu Hause zu Ärger führen, z.B. wenn “sie” denkt, dass “er” dann mit Sekretärin anbandelt. Wenn die Partnerin oder der Partner mit eingeladen sind, sollten Mitarbeiter diesen ihren Kollegen vorstellen. Idealerweise mit etwas Hintergrund, weil daraus ergeben sich leichter Gesprächsthemen. Spontan Bekannte mitbringen ist übrigens sehr unangemessen.

In großen Firmen kennen sich oft nicht alle Mitarbeiter, das ist ein gute Gelegenheit zum Netzwerken. Das sollte man allerdings dezent machen und nicht zu offensichtlich den Karrieregedanken dahinter durchblicken lassen.

Nach ein paar Bierchen lockert sich die Zunge und es wird schnell mal ein WItz gerissen über einen Kollegen oder eine vertrauliche Information preisgegeben. Dann sollte man tunlichst nicht. Erst  Recht nicht über den Chef meckern, der Schuss kann nach hinten losgehen und von einem fiesen Kollegen möglicherweise ausgenutzt werden.

Ein weiteres tabu sollte das Essen sein. Wenn es nicht schmeckt, Klappe halten und sich auf solche Gespräche auch nicht einlassen.

Duzen – ein heikles Thema

Mit fortschreitendem Abend lockert sich die Stimmung, es gleitet immer mehr ins Private. Da liegt es nahe, sich zu umarmen und das Du anzubieten. Kritisch wird es, wenn der Chef nach ein paar Gläsern Schampus das familiäre Miteinander seines Teams stärken will und auf einmal Mitarbeiter duzt. Das Problem dabei: später wird er sich möglicherweise bewusst, dass das Sie zur Festigung seiner gehobenen Position notwendig ist, und bereut es oder er hat es schlicht vergessen.

Wenn er im Arbeitsalltag wieder siezt, sollte man ihn bloß nicht daran erinnern, sondern elegant darüber hinweg gehen.

Das lockere Miteinander und die gelöste Stimmung sollten auch nicht genutzt werden, um nach mehr Gehalt zu fragen. Ein absolutes Nogo, der Alkoholpegel ist hierfür keine Entschuldigung.

Plaudern, gepflegter Smalltalk – es bleibt aber Business

Man sollte sich bewusst sein, dass eine Weihnachtsfeier mit Kollegen, Chefs und Mitarbeiter definitiv nicht vergleichbar ist mit einer privaten Feier. Es bleibt immer der Aspekt Business und man steht unter Beobachtung. Geschmacklose Witze, Plünderung des Buffets oder exzessiver Alkoholkonsum wirken sich nachhaltig negativ aus, man wird zum Gegenstand von Teeküchen-Gesprächen und das Image wird man nicht so leicht wieder los.

Achtung beim Smalltalk, Gefahren lauern überall, nicht umsonst gibt es zu dem Thema unzählige Ratgeber: Auf Weihnachtsfeiern wird naturgemäß viel geredet. Themen mit Tiefgang sind ungeeignet, da das leicht dazu führt, dass Meinungen aufeinanderprallen oder gar lautstarke Meinungsverschiedenheiten entstehen. Das verdirbt nicht nur die Stimmung, sondern kann sich später im Büroalltag fortsetzen und negativ auswirken.

Disziplin beim Alkohol – besser danach die Birne zuknallen

Steigt der Promille Pegel, lockert sich nicht nur die Zunge, auch der Mut wächst. ZUrückhaltung ist hier das Gebot der Stunden: nicht über andere herziehen oder die Weihnachtsrede des Chefs kritisieren. Das kann leicht bedeuten,  dass man bei der nächsten WEihnachtsfeier nicht mehr dabei ist und sich einen neuen Job suchen muss.

Eindeutige Bemerkungen über die Kurven der Praktikantin bleiben zwar in der Erinnerung der Kollegen haften, erhöhen aber nicht gerade den Respekt. Auch wenn es kuschelig wird im Laufe des Abends ist ein eindeutiger Körperkontakt mit der Praktikantin der Tod der Reputation, der Ruf ist dauerhaft ruiniert.

Allgemein gilt: man sollte die Weihnachtsfeier nutzen, um das Jahr gemeinsam mit den Kollegen ausklingen zu lassen und über das eigene Team hinaus Kontakte zu knüpfen. Gruppenbildung kommt weniger gut an und Führungskräfte, die unter sich bleiben, vermitteln das Gefühl, dass sie keinen Kontakt zur Basis wünschen.

Zum Schluss noch ein versicherungstechnischer Hinweis: Geht der Vorgesetzte nach Hause und mit ihm auch ein Großteil der Mitarbeiter, endet der betriebliche Spaß, die Feier ist dann eine private Angelegenheit, und an der Stelle endet der Unfallschutz. Dasselbe gilt für den Heimweg: Der ist immer privat.