Auch in diesem Jahr treffen sich mehrere hundert Vespa Fahrer, verkleiden sich als Weihnachtsmann und Engel und fahren geschlossen durch die Kölner Innenstadt. An jeder Haltestelle werden Lose verkauft und Spenden gesammelt. Mich begeistert die Idee, die Verbindung von weihnachtlicher Atmosphäre und Kölner Lebensart. Und wenn man dabei auch noch etwas Gutes tun und Bedürftigen helfen kann, ist das großartig. Deshalb beteilige ich mich in diesem Jahr an der Spendenaktion und bereichere die traditionelle Kölner Aktion “Vespa Babbo” mit einer besonderen Spezialität: edler Prosecco mit Vespa Logo. Der Erlös aus dem Verkauf kommt den Spenden Einnahmen der Aktion zugute.

Vespa Kult seit mehr als 70 Jahren

Die Vespa ist Kult und der Motorroller schlechthin. Geboren wurde sie 1946 aus der Not heraus. In dem vom Krieg zerstörten Europa fehlte es an allem, Nahrung, Baustoffen und Material für Produkte. Der Kampf ums tägliche Leben stand im Vordergrund, ein Auto als Fortbewegungsmittel konnte sich niemand leisten. So entstand eine preiswerte Minimal-Lösung, ein Roller, der gleichzeitig als Transportmittel für Gegenstände genutzt werden konnte. In den engen Gassen der italienischen Städte war die Vespa ideal und innerhalb kurzer Zeit wurde aus dem Roller ein ganzer Wespenschwarm, der knattert das Bild in italienischen Städten prägte.

Als in Deutschland, unterstützt durch Amerika, der Wohlstand rasant wuchs, bekamen die Deutschen wieder Lust auf Reisen in südliche Länder und es dauerte nicht lange bis der erste Opel aus Bochum am Brenner gesichtet wurde und die italienischen Zöllner aus ihrer Gemütlichkeit aufschreckte.

Den Deutschen gefiel alles was italienisch war, Pasta, Pizza, Vino und auch die knatterte Vespa, die untrennbar mit dem italienischen Dolce Vita verbunden ist und das Italien-Bild prägt. So kam es, dass die Vespa in immer mehr Varianten in den 60er und 70er Jahren auch auf deutschen Straßen häufiger zu sehen war. Die Vespa wurde zum coolen Fortbewegungsmittel einer jungen Generation, der ersten die nach dem Krieg in Freiheit und Wohlstand aufwachsen konnte. Heute, nach 70 Jahren ist der Roller, speziell die Vespa, aktueller denn je: mittlerweile gibt sie auch mit Elektroantrieb und entspricht perfekt dem Mobilitätsbedürfnis einer jungen Zielgruppe. Und das Wichtigste: sie ist immer noch Kult und mega cool.

Weihnachtszeit op Kölsch – jeck, einfach verrückt

Köln ist eine besondere Stadt und die Kölner zeichnen sich nicht nur durch Kreativität aus  sondern auch durch ihren speziellen Humor. So ist es nicht verwunderlich, dass in Köln rund um die Vespa eine ungewöhnliche Performance entstanden ist, ein Event, der auf den ersten Blick verrückt erscheint: die weihnachtliche Vespa Babbo.

Jedes Jahr touren hunderte Weihnachtsmänner an einem Samstagnachmittag auf ihren Vespas durch die Stadt – kölsche Weihnachtszeit-Tradition. Seit 2013 ist das eine feste Kölner Tradition, die sich zunehmender Beliebtheit erfreut. Von der Altstadt geht es ins Zentrum und am Kölner Dom vorbei. Die Aktion ist aber nicht nur Spaß, sondern im Vordergrund steht ein gute Zweck. Jedes Jahr werden tausende Euro an Spenden gesammelt bei der Aktion.

Posted by Christof Prior on Samstag, 2. Dezember 2017