Ergänzend zu unserem Bericht über das Brautkleid im Laufe der Geschichte fügen wir aus aktuellem Anlass eine besonders erotische Variante eines Hochzeitsanzuges hinzu:

Hochzeit in der Unterhose.

Wie kam es dazu? Ein US-amerikanisches Paar wollte in Island heiraten und flog mit Delta Airlines nach Reykjavik. Die Airline verbummelte den Koffer, in dem der Anzug war. Der Bräutigam löste das Problem souverän und mit Humor: Er trat in einer Unterhose – der Bedeutung des Moments angemessen in festlichem schwarz – vor den Altar (Das Foto schoss Lee Hicks). Die Braut hatte ihr Brautkleid im Handgepäck verstaut. Frauen haben eben diesen sechsten Sinn. Das T-Shirt des Bräutigams trug die Aufschrift: „Dieser Hochzeitsanzug ist eine Aufmerksamkeit von Delta Airlines“. 18 Stunden später tauchte der Koffer auf. So entstand das Hochzeitsfoto des Jahres.

Hochzeiten sind in allen Religionen und Kulturkreisen ein ganz besonderes Ritual. Von ganz schlicht – nur Trauung – bis zu mehrtägigen aufwändig zelebrierten Großveranstaltungen – wie es im indischen und türkischen Kulturkreis nicht selten ist – gibt es eine riesige Bandbreite. Im Laufe der Geschichte haben sich die Bräuche immer wieder verändert und den modernen Zeiten angepasst. Auch die jeweiligen Moden spielten eine Rolle. Deshalb haben wir vom KunstSalon mal näher hingeschaut und gefragt: was hat sich in den vergangenen Jahrhundert geändert, wie waren die Bräuche früher, war das Brautkleid immer weiß?

Ganz in weiß, oder doch nicht?

Traditionell ist das Hochzeitskleid oder Brautkleid, das die Braut während der Hochzeitsfeier trägt, weiß, der Farbe, die in Europa und der westlichen Welt für Unberührtheit und Reinheit steht. Die Farbe Weiß steht traditionell für Jungfräulichkeit, Reinheit und Unschuld. Doch das war nicht immer so, was auch in übertragenem Sinne eine korrekte Aussage ist.

Vielmehr trug die Braut lange  einfach nur etwas Festliches, das gefiel und der Mode der Zeit entsprach. Von der gelben Tunika bei den Römern über Rot- und Blautöne, oft mit goldenen oder silbernen Applikationen bis zum eleganten Schwarz gab es im Laufe der Geschichte alle möglichen Varianten. Erst im 19. Jahrhundert setzte sich das bodenlange, schneeweiße Brautkleid durch. Der Traum in Weiß war geboren.

Und im alten Rom vor zweitausend Jahren?

Die Römerinnen und Römer liebten ihre Tunika, ein Kleidungsstück von ganz zentraler Bedeutung und für alle Einsatzzwecke, Aber es gab feine Unterschiede. Auch im alten Rom gaben die Bräute ihrem Liebsten in einem festlichen Gewand das JA-Wort.

Die Römerin hüllte sich am Tag der Hochzeit in eine Tunika, ein waden- oder knöchellanges Gewand ohne waagerechte Taillennaht. Ein Holz-Gürtel mit doppelten Knoten, genannt Hercules-Knoten, betonte die femininen Formen.

Über das Gewand wurde kunstvoll eine gelbe Stola gelegt. Die weiteren Accessoires waren farblich mit der zentralen Farbe gelb abgestimmt: Ein gelber Schleier und gelbe Sandaletten runden das Bild der römischen Braut ab. Nach der Trauzeremonie löste der Bräutigam den Knoten des Hercules, die Gäste zogen sich währenddessen diskret zurück. Die Tunika wurde in kürzerer Form übrigens häufig auch von Männern getragen.

Eine römische Hochzeit zog sich über drei Tage: der Vorabend, der Tag der Hochzeit, und am dritten Tag die Nachfeier im Kreise der Familie.

Das Mittelalter liebt es prunkvoll

Mittelalterliche Feste der gehobenen Gesellschaft sind bekannt für prunkvolle Inszenierungen. Das spiegelt sich auch in der Brautmode wieder. Die Kleider waren extrem aufwändig. In prachtvollen, edlen Stoffen in den Farben rot, blau oder grün, oft mit Veredelungen aus Gold oder Silber. Kostbare Stickereien und Halbedelsteine vervollkommnen die Pracht, in der sich die Braut zum Traualtar begibt.

Das Brautkleid war zu jener Zeit auch ein Ausdruck der gesellschaftlichen Stellung, je prachtvoller das Kleid desto größer der Reichtum und die Macht. Nur der Adel und das oberste Bürgertum konnte sich den Aufwand leisten.

Eine Besonderheit in höfischen Kreisen in Europa waren mantelartige Obergewänder. Das Oberteil hatte ein spitzes tief reichendes Dekolleté mit einem Brusteinsatz sowie einen runden Rückenausschnitt. Die Dekolletés wurden im Laufe der Zeit immer größer. In Italien entstand in der Zeit auch der fächerförmige Medici-Kragen.

Ganz in schwarz kommt in Mode

Im 17. Jahrhundert wurde die Farbe schwarz immer mehr zur angesagten Trendfarbe. Schwarz stand für Eleganz und Hochwertigkeit. Gold Applikationen und weisse Spitze bildeten einen guten Kontrast. So hielt die Modefarbe Schwarz Einzug auf dem Heiratsmarkt. Schwarze Brautkleider mit langer Schleppe und standen hoch im Kurs, gerne aufgewertet durch Spitzenüberwürfe und bestickte Schürzen.

Für den weniger betuchten Mittelstand hatte schwarz den Vorteil, dass die Kleidungsstücke leicht zu reinigen waren und an normalen Festtagen getragen werden konnten. In der Landbevölkerung gab es diese Problem in der Zeit gar nicht, man trug zur Hochzeit einfach normale festliche Kleidung oder lokale Trachten.

Ganz in Weiß setzt sich durch

Im ausgehenden 17. Jahrhundert sah man in gehobenen Kreisen vereinzelt weisse Brautkleider. Damit war eine neuer Trend gesetzt, der sich schnell verbreitete. Weiß wurde zunächst zum Statussymbol der Reichen und Schönen, und verbreitete sich dann in den allen Bevölkerungsschichten. Logischerweise war das weiße Brautkleid damit kein Luxus mehr.

Im Laufe des 19. Jahrhunderts wurde weiß zur selbstverständlichen Farbe eines Brautkleides. Lediglich die Landbevölkerung hielt länger an den lokalen Traditionen fest, weiß war einfach zu unpraktisch für die Hausarbeit.

Weiss wird Standard, die Form macht den Unterschied

Die jeweils aktuellen Moden hatten in den vergangenen Jahrzehnte deutlichen Einfluss auf den passenden Outfit auf dem Weg zum Traualtar. In den 50ern wurden die Formen schlanker und ein seitlicher Schlitz ließ gerne viel Bein hervorblitzen. Im folgenden Jahrzehnt wurde die Kleider kürzer, in den 70ern waren sogar Plateausohlen zusehen.

In den 80er Jahren wurde es wieder romantischer, die Brautkleider wurden länger. Aufwändige Stickereien mit Perlen und Pailletten waren angesagt, inspiriert durch die bodenlange Robe, in der Lady Diana am 29. Juli 1981 Prince Charles das Ja-Wort gab.

Heute gibt es Brautkleider für jeden Geschmack, eine Vielfalt der Formen und Silhouetten ist angesagt, Hauptsache Weiß. Zwar wählen mutige Bräute immer wieder farbige Brautkleider, das bleibt aber die Ausnahmen: das weiße Brautkleid hat sich endgültig durchgesetzt.

In welcher Farbe auch immer, KunstSalon Location im Kölner Süden ist ein idealer Ort für die Hochzeitsfeier: Standesamt und historische Party-Location unter einem Dach, nach der Trauung kann die Party sofort beginnen.